September

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10. September - Attentat am GEnfer See

Die Ermordung von Sisi, Kaiserin von Österreich, Herzogin in Bayern

bsonders BAYERISCH Artikel - Attentat am Genfer See, die Ermordung von Sisi

Am 10. September 1898 schockiert die neueste Nachricht aus Genf die ganze Welt.

Kaiserin Elisabeth von Österreich wurde ermordet.

Der Mörder ist ein italienischer Anarchist. Sein Name: Luiggi Lucheni.

Wie konnte es zu dieser Tragödie kommen?

Eigentlich ist der 25-jährige Lucheni nach Genf gekommen um den Prinzen Henri von Orléans zu töten. Dieser ändert kurzfristig seine Reisepläne und ist an dem Tag, an dem Lucheni auf ihn wartet schon weitergereist. Der Glückliche!
Lucheni findet schnell ein neues Opfer.

Kaiserin Elisabeth von Österreich!

Eine der letzten Aufnahmen von Sisi
Eine der letzten Aufnahmen von Sisi

In Territet bei Montreaux möchte sich die Kaiserin einer vierwöchigen Kur unterziehen, jedoch macht sie am 9. September 1892, einen eintägigen Abstecher nach Genf wo sie das Hotel Beau Rivage bewohnt. Die Kaiserin reist in dieser für Aristokraten gefährlichen Zeit unter falschem Namen als "Gräfin von Hohenembs", trotz aller Warnungen und Empfehlungen ohne Polizeischutz.

Der falsche Name hilft ihr im Hotel leider nichts. Ein Hotelmitarbeiter erkennt die Kaiserin und durch eine undichte Stelle gelangt die brisante Meldung von Sisis Aufenthalt an eine Genfer Zeitung, die diese Nachricht natürlich gleich am nächsten Tag veröffentlicht. So erfährt Lucheni, dass Sisi in der Stadt ist. 

Auf dem kurzen Weg vom Hotel zur Schiffsanlegestelle am Genfer See, fällt er über die Kaiserin her, sticht ihr eine scharf geschliffene Dreikantfeile in die Brust und flieht. Bereits nach wenigen Metern wird er festgehalten und verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt allerdings nur wegen des Überfalls.

Denn Sisi steht auf, dankt ihrer Hofdame und den herbeigeeilten Passanten  auf deutsch, englisch und französisch, macht mit Hilfe ihrer Hofdame ihr Kleid sauber und eilt an Bord des Schiffes, das sie nach Montreaux zurückbringen soll. Sie bemerkt nicht, dass der Attentäter sie tödlich verletzt hat und mutmaßt auf dem Weg zur Anlegestelle ihrer Hofdame gegenüber, dass ihr dieser schreckliche Mensch wahrscheinlich die Uhr abnehmen wollte.

Lucheni sticht der Kaiserin eine Feile in die Brust
Lucheni sticht der Kaiserin eine Feile in die Brust

Erst an Bord des Schiffes, das nach ihrer Ankunft sofort abgelegt hat, bricht sie zusammen.

Sie kommt noch einmal kurz zu sich und fragt: "Was ist denn jetzt mit mir geschehen?" Bereits nach wenigen Augenblicken verliert sie wieder das Bewusstsein. 

Als man ihr Kleid öffnet, sieht man nur eine winzige Einstichstelle, die ihr der Attentäter mit der Feile beigebracht hat. Es macht den Anschein, als hätte sie nur einen einzigen Tropfen Blut verloren.

 

Das Schiff wendet augenblicklich und fährt zurück nach Genf. Sie wird in ihr Zimmer im Hotel Beau Rivage gebracht, aber der Arzt kann nur noch ihren Tod feststellen.

Lucheni hat Sisi mitten ins Herz gestochen. Sie verblutet innerlich.

Ihre jüngste Tochter Marie Valerie notiert in ihr Tagebuch: 

"Nun ist es gekommen, wie sie es immer wünschte, rasch, schmerzlos, ohne ärztliche Beratung, ohne lange, bange Sorgentage für die Ihren."

Der Leichenzug durch Wien
Der Leichenzug durch Wien

Das Begräbnis findet am 17. September in Wien statt. Sie wird in der Kapuzinergruft beigesetzt. Die Österreicher trauern eher mit ihrem Kaiser, der seine geliebte Frau verloren hat, als um Sisi selbst. Graf Kielmannsegg sagt dazu: "Es wurden ihr nur wenige Tränen nachgeweint." 

So endete das Leben einer rastlosen und schwermütigen Kaiserin, die sich aus ihrem goldenen Käfig nichts machte, ausbrach um die Welt zu sehen, um ihr eigenes Leben zu leben und trotzdem nicht glücklich wurde.

Erst jetzt, nach ihrem Tod, kommt die Geschichte dieser einzigartigen Frau ans Licht. Nach und nach wird die Kaiserin, für die sich zu Lebzeiten nur wenige interessierten, zum Mythos.
Doch wie wurde aus einer kleinen bayerischen Herzogin die Kaiserin von Österreich?
Das ist eine andere Gschichte aus der Geschichte, die wir hier gerne einmal erzählen.

Heute jährt sich Sisis Todestag zum 120. Mal.

Der Kaiser am Totenbett seiner Frau
Der Kaiser am Totenbett seiner Frau
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5. September - Eine Burg ohne Schutz

Schloss Neuschwanstein

bsonders BAYERISCH Artikel - Burg ohne Schutz, Schloss Neuschwanstein

Es gibt dieses eine phantastische Schloss in Bayern, das einem die Illusion vermittelt, es ist aus dem Fels, auf dem es steht herausgewachsen.  Dieses Schloss hat sich an seine Umgebung angepasst, ja ganz und gar in sie eingefügt. Es wird somit ein Teil des Ganzen. Bei jeder Jahreszeit.

Schloss Neuschwanstein.

 

Illusion ist ein gutes Stichwort, wenn man sich mit diesem Märchenschloss näher befasst. 

Denn nicht nur von außen, auch im Inneren kann man sie überall entdecken, diese Illusion.

Der Schöpfer König Ludwig II. ließ im jungen Alter von 23 Jahren die Idee eines Schlosses im Stil einer mittelalterlichen Ritterburg in sich reifen. Doch wie wir alle wissen, ist das Mittelalter damals bereits einige Jahrhunderte vergangen gewesen. Neuschwanstein sollte daher keine originalgetreue Nachbildung einer solchen Ritterburg werden, eher eine Illusion. Eine Kulisse für die Sagen- und Legendenwelt der Ritter und Minnesänger, von denen er so viel las und wusste. Tristan und Isolde, Tannhäuser, Lohengrin, Parsifal usw. sie alle sollten dort in seiner Ritterburg einen Platz finden. Einen Platz, an dem er ihnen huldigen und ganz in ihre Geschichten eintauchen konnte.

Aber trotz der Illusion sollte es der Burg an nichts fehlen. Palas, Kemenate, Ritterbau, Bergfried, das alles sollte gebaut werden. Und was wäre eine Ritterburg ohne Burggraben, Zugbrücke und Gittertor. Auch das ist alles da, aber eben nur als Kulisse, nur angedeutet.

Ludwigs Zugang zu seinen Räumen ist im oberen Schlosshof über die Freitreppe gewesen. Betrat er den Palas, den Gebäudeteil für sich, ging er durch eine langen leeren Gang, den roten Gang, bis zum Herrschertreppenhaus. Dieser leere

 Gang ist auf der einen Seite mit Milchglasfenstern, auf der anderen Seite mit Fenstern ins Freie gesäumt. Doch so leer war dieser Gang allerdings nicht. Denn hinter den Milchglasfenstern verbargen sich die Dienerschaftsräume. Die Diener mussten diese Fenster natürlich immer geschlossen halten. So dass sie keinen Blick auf den König und er keinen Blick auf sie werfen konnte.

Die Illusion von Einsamkeit unter viele Menschen. 

Aber auch ganze Säle widmen sich illusorischen Themen. Wie der Thronsaal z.B. er beherbergt die wohl wichtigste Illusion - das Königtum von Gottes Gnaden.

Begibt man sich allerdings in die Wohnung des Königs gelangt man  unweigerlich in eine ausgesprochen überraschende Illusion. Denn vom Arbeits- oder Wohnzimmer betritt man die Grotte. Eine Tropfsteinhöhle mitten im Schloss. Erst bei genauerer Betrachtung merkt man, dass es sich hierbei wieder nur um eine Kulisse handelt. Über ein Stahl- und Drahtgeflecht wurden in Gips getränkte Leinwände 

gespannt und so modelliert, dass sie die Form von Felsen, Stalaktiten und Stalagmiten erhielten

Diese "Neue" Burg hatte allerdings alle technischen Vorzüge, die die damalige Zeit zu bieten hatte. Von Zentralheizung über Warmwasseraufbereitung, Toiletten mit Spülung, fließendes Wasser in allen Etagen, elektrische Rufanlagen bis hin zu einem Telefonanschluss. Es war alles da.

Auch in puncto Ausstattung war das "Mittelalter" eben nur eine Illusion. 

Bei der Größe des Schlosses liegt die Vermutung nahe, dass es Platz für viele Personen bietet. Aber auch das ist nur eine Illusion, denn dieses Schloss wurde nur für eine einzige Person gebaut. Nur für ihn, König Ludwig II. Eine weitere Wohnung wurde nicht geplant. 

Entwurf von Christian Jank 1868
Entwurf von Christian Jank 1868

 

Schließlich und endlich ist aber der Schutz, den eine solche Burg im Mittelalter geboten hat und auch Ludwig bieten sollte, die größte aller Illusionen.

Er baute sich mit Schloss Neuschwanstein eine Festung in der Abgeschiedenheit der Allgäuer Bergwelt. Einen weiteren Rückzugsort aus der realen Welt.

Welch Ironie, dass ihn genau hier in seiner schützenden Ritterburg, die Ereignisse einholten. Am 12. Juni 1886 wurde er in Neuschwanstein verhaftet und in einer vergitterten Kutsche nach Berg gebracht, wo er einen Tag später starb. 

Dieser Ort, der ihm Schutz bieten sollte, wurde zum Ort der schwersten Stunde, denn hier verlor er nicht nur seine Krone sondern auch seine Mündigkeit. 

Am 5. September 1869, heute vor 149 Jahren, wurde der Grundstein für diesen schicksalhaften Ort der Illusionen gelegt. 

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03. September – Eugène de Beauharnais - Ein Franzose für Bayern

oder Eugène wer?

bsonders BAYERISCH Artikel - Ein Franzose für Bayern, Eugene de Beauharnais

Napoleon Bonaparte
Napoleon Bonaparte

Sie werden sich jetzt vielleicht genau diese Frage stellen. Eugène wer? Dabei ist, oder besser war Eugène de Beauharnais eine wichtige Person bei der Erhebung Bayerns zum Königreich. Er war sogar maßgeblich daran beteiligt. Ohne ihn wäre der berühmte Märchenkönig vielleicht nur ein Märchenkurfüst oder gar ein Märchenherzog geworden.
Nun ja, zugegeben, Eugène war dabei nicht der Spieler, er war eher der Ball.

Der Spieler war Napoleon Bonaparte. Der mächtige Heerführer, der Europa nach seinem Gusto umorganisierte.
1805 war einer der wenigen noch nicht abgehakten Punkte auf Napoleons To-Do-Liste die familiäre Verbindung mit dem Hochadel um seine eigene fehlende hohe Geburt auszugleichen. Also versuchte er durch eine Heirat diese familiäre Verbindung herzustellen.
Jedoch war er selbst bereits verheiratet. Ja sogar glücklich verheiratet, weswegen er nach anderen passenden Kandidaten für die Rollen von Braut und Bräutigam Ausschau hielt. 

Die Braut war schnell gefunden.

Auguste von Bayern, die älteste Tochter des bayerischen Kurfürsten, galt als die schönste Prinzessin ihrer Zeit. Außerdem stammte sie aus einer alten und einflussreichen Dynastie, der Dynastie Wittelsbach. Und ihr Vater Kurfüst Max von Bayern war Napoleon ergeben. Max hatte im vergangenen Koalitionskrieg an Napoleons Seite gekämpft  und erhielt daher für sein Land großen Gebietszuwachs und die Erhebung zum Königreich.

Überspitzt gesagt war er Napoleon quasi etwas schuldig.  Diese Kombination aus königlicher Familie und wunderschöner Prinzessin passte perfekt. Auguste, die Prinzessin aus dem

Prinzessin Auguste von Bayern
Prinzessin Auguste von Bayern

Hochadel, stellte die passende Partie für Napoleons Vorhaben dar.  Und um sich Gewissheit zu verschaffen, dass sich seinem Plan nichts mehr in den Wege stellen könnte, knüpfte Napoleon die Erhöhung Bayerns zum Königreich an genau diese Heirat mit Auguste. 

Der Bräutigam war ebenso schnell gefunden. Sein eigener Stiefsohn Eugène, der Sohn seiner Ehefrau Josephine. Eugène war Napoleon ans Herz gewachsen und ihm treu ergeben.
Napoleon schrieb ihm Anfang Januar 1806: „Ich bin in München angekommen, ich habe Ihre Heirat mit der Prinzessin Auguste abgemacht; sie ist veröffentlicht worden. Heute Morgen hat mir die Prinzessin einen Besuch gemacht, und ich habe mich ziemlich lange mit ihr unterhalten. Sie ist sehr hübsch. Ihr Bildnis finden Sie auf beifolgender Tasse, sie sieht aber besser aus.“ 

Und somit war klar. Eugène war verlobt. So schnell kanns gehen. Die Verlobung war beschlossen, ob er nun wollte oder nicht. Er

konnte zu Napoleon nicht „nein“ sagen. Napoleons Reaktion darauf wäre wohl fatal gewesen was der folgende Satz eines Generals zu Kurfürst Max  von Bayern verdeutlicht: „ … Das Schicksal Bayerns liegt in den Händen des Kaisers Napoleon.

Dieser Monarch ist großzügig, aber er ist erbarmungslos, wenn er sich beleidigt glaubt.“

Also fuhr Eugène, der gerade zum Vizekönig von Italien ernannt worden war, zu seiner Hochzeit nach München ins frisch gebackene Königreich Bayern, das am 1.1.1806 zu diesem erhoben worden war.

Am 10. Januar 1806 stand er das erste Mal in seinem Leben seiner zukünftigen Frau gegenüber. Nur drei Tage vor der 

Eugène de Beauharnais
Eugène de Beauharnais

eigentlichen Vermählung.

Wieder eine typisch dynastische Hochzeit und einer der großen Schachzüge in Napoleons Heiratspolitik. Um Napoleons familiäre Verbindung perfekt zu machen, adoptierte dieser Eugène noch einen Tag vor der Trauung. Somit war sein Plan perfekt aufgegangen.

Vermählung von Eugène und Auguste
Vermählung von Eugène und Auguste

 

Die Eheleute hatten großes Glück, denn sie verliebten sich im Laufe der Zeit ineinander und wurden glücklich.

Heute am 3. September jährt sich Eugènes Geburtstag zum 237 Mal.
Herzlichen Glückwunsch! 

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