Oktober

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König Ludwig II. löst Verlobung

bsonders BAYERISCH Artikel - König Ludwig II. löst Verlobung

bsonders BAYERISCH Zeitung - Montag, 7.Oktober 1867

München

Wie uns aus sicherer Quelle berichtet wurde, hat König

Ludwig II. von Bayern am heutigen 7. Oktober 1867 die Verlobung zur bildhübschen 20-jährigen Prinzessin Sophie Charlotte in Bayern, der Tochter des Herzogs Max in Bayern, gelöst. 

Am kommenden 11. Oktober soll eine öffentliche Bekanntmachung des bayerischen Hofes herausgegeben werden. 

 

Die Landeshauptstadt steht Kopf.  Die Hochzeitsvorbereitungen waren in vollem Gange. Medaillen wurden geprägt, eine besondere Hochzeitskutsche im Wert von einer Million Gulden in Auftrag gegeben und das Hochzeitskleid bereits angefertigt. Der Umbau der Hofgartenzimmer in der Münchner Residenz für die zukünftige Königin hatte begonnen. Plötzlich löste Seine Majestät heute die Verlobung, die er am 21. Januar diesen Jahres eingegangen war.

Damals hielt er nach einem Ball im Hotel Bayerischer Hof per Brief um die Hand der Prinzessin an: "Meine liebe Sophie! Die Knospe die unbewusst in meiner Seele keimte, ist aufgegangen, ist Liebe zu dir, meine teure  Sophie, innige, aufrichtige, ungeteilte Liebe. (…) Was ich damals, als ich noch kaum das Knabenalter verlassen hatte, als Kronprinz zu Dir sprach, wiederhole ich nun klar als Mann und König: Ich liebe dich und schwöre Dir Treue. (…) Willst Du meine Gattin werden ? Genossin meines Throns? Königin von Bayern? Ich glaube fest und sicher:  Wir werden miteinander glücklich werden (…)."

Den ersten öffentlichen Auftritt hatte das hübsche Paar am Abend der Verlobung im Hoftheater. Die Königinmutter Marie holte die junge Prinzessin aus der herzoglichen Loge in die Königsloge, in der Sophie, unter dem Jubel der Theaterbesucher, neben dem König Platz nahm.

Beim Verlobungsball am

27. Februar diesen Jahres, flogen dem jungen Paar die Herzen zu. Bei diesem Ball verwunderte Seine Majestät die 750 Gäste, als er die Veranstaltung um kurz nach 22.00 Uhr, ohne einen Gruß verließ. Man munkelte sogar, dass er sich nicht einmal bei seiner Braut verabschiedet haben soll. König Ludwig ging anschließend ins Theater, sah den Schluss von "Maria Stuart" und siedelte mit seinem Hofstaat nach Berg über. 

Die Nachrichten über die Verlobung  verbreiteten sich Anfang des Jahres wie ein Lauffeuer. Das Bayerische Volk freute sich mit seinem König.  Jedoch konnte die frohe Botschaft die aufkommenden Gerüchte, über angebliche homoerotische Neigungen des Königs nicht ganz verstummen lassen.

 

 Auch unter diversen Familienmitgliedern des hohen 

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Verlobungsbild Sophie Charlotte in Bayern und Ludwig II.

Wie unserer Redaktion berichtet wurde, hatte der König diese Zweifel in einem Brief an seine Braut ausgeräumt, indem er ihr mehrfach seine Liebe beteuerte. In diesen Briefen an Sophie während der Verlobungszeit nannte er seine Braut Elsa, angelehnt an die Elsa von Brabant aus der Lohengrin Sage. Sich selbst gab er  den Namen Heinrich, nicht Lohengrin, wie  man vermuten könnte. In der Sage verliebte sich doch Lohengrin und nicht Heinrich in Elsa.

In den frühen Sommermonaten besuchte König Ludwig II. seine Braut immer wieder im Schloss Possenhofen, sofern er am anderen Ufer im Schloss Berg,  residierte. Er brachte ihr Geschenke und sogar die Königinnenkrone aus der Schatzkammer, um sie schon einmal auf ihrem Kopf bewundern zu können. 

Natürlich fanden diese Besuche niemals unter vier Augen statt. Eine Hofdame wurde zur "Königswache" auserkoren. 

Jedoch wurden die Besuche ab dem 6. Mai immer weniger. 

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Sophie Charlotte in Bayern

Hauses kamen Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Liebe S.M. zur Prinzessin auf. Sogar die Braut selbst zweifelte.Die Sommermonate waren angefüllt von  aufkeimenden Gerüchten, Seine Majestät habe eine Affären mit dem Bereiter  Richard Hornig.

Nicht nur der König wurde Opfer von Getratsche.  Auch die Braut wurde verdächtigt eine Liebschaft gehabt zu haben.  Ihr Angebeteter sollte  der Sohn eines Münchener Fotografen gewesen sein. Sein Name: Edgar Hanfstengel. Dies berichtete damals der preußischer Botschafter am bayerischen Hof Fürst Philipp zu Eulenburg-Hertefeld. 

Gut unterrichtete Quellen wollen erfahren haben, dass sich die Prinzessin bis über beide Ohren in den jungen Fotografen verliebt hatte. Es sei zu vier "zufälligen" Treffen gekommen.  Stets unter einem anderen Vorwand und in Begleitung der Hofdamen I.K.H. und deren Bruder Karl Theodor. Auch Liebesbriefe sollen existieren. 

Nachdem S.M. von einer Reise nach Paris zur Weltausstellung Anfang August zurückkehrte (Anm. d. Red.: S.M. wurde von Richard Hornig begleitet) verschob 

 

der König den angesetzte Hochzeitstermin vom 25. August 1867 auf den 12. Oktober 1867. Beide Termine sind bedeutend. Am 25. August ist ebenso der Namens- und Geburtstag des Königs und seines Großvaters König Ludwig I.. Der 12. Oktober ist der Hochzeitstag seiner Eltern und Großeltern. Es blieb  nicht beim 12. Oktober. König Ludwig II. verlegte die Hochzeit ein weiteres Mal. Diesmal auf den 28. November. 

Die Zweifel im Land, sowie bei der königlichen und herzoglichen Familie wurden lauter.

Die Ungewissheit veranlassten die Prinzessin Ende September dem König sein Wort zurückzugeben, was von ihm vehement zurückgewiesen wurde. Die Verlobung blieb bestehen. 

Was den König nun heute dazu bewogen hat die Verlobung zu lösen ist ein Rätsel.

Zuerst wurde gemutmaßt, dass ein Brief des Brautvaters, indem er um die Einhaltung des Novembertermins bat oder Sophies Freigabe wünschte, Ludwig II. so verärgert hatte, dass er sich daraufhin entschloss die Verlobung zu lösen. Jedoch erreichte dieser Brief den König erst nachdem er seinen Entschluss der Prinzessin mitteilte.   

Die Verbindung der beiden königlichen Hoheiten stand von Beginn an unter keinem guten Stern. So sahen sie sich vor ihrer Verlobung häufiger wegen des beidseitigen Interesses an der Musik Richard Wagners. Die Prinzessin, die eine schöne Sopranstimme hat und darüber hinaus  gut Klavier spielen kann, unterhielt den König immer wieder mit Stücken und Arien aus Wagneropern.  

Der Mutter Herzogin Ludovika in Bayern waren diese Treffen allerdings ein Dorn im Auge, nachdem sie herausgefunden hatte, dass der König nicht die Absicht hegte Sophie zu heiraten. Wodurch der Meinungsumschwung im Januar diesen Jahres führte entzieht sich unserer Kenntnis.  

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König Ludwig II.

Über weitere Geschehnisse werden wir unsere Leser hier auf dem Laufenden halten.

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Und wer nun wissen möchte wie es im überaus interessanten und bewegten Leben von

Sophie Charlotte in Bayern weiter geht, dem ist das Buch folgende Buch wärmstens empfohlen!

 

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++++Größte Münchnerin enthüllt++++

Bavaria wacht ab heute über München

bsonders BAYERISCH Artikel - Größte Münchnerin enthüllt

bsonders BAYERISCH Zeitung, Mittwoch 9. Oktober 1850

München

Heute, am 9. Oktober 1850, wurde die Bavaria unter großem Jubel der Münchener Bevölkerung enthüllt. Die kolossale Bronzestatue wacht nun am Rande der Theresienwiese über die Wiesnbesucher und soll bald mit der Ruhmeshalle ein patriotisches Ensemble bilden. 

 

Unser ehemaliger König Ludwig I. ist bekannt für seine Denkmäler zu Ehren Bayerns und dessen Kinder.

Heute ist Seiner Majestät mit der 18,52 Metern hohen Bavaria-Statue die wohl höchste Huldigung Bayerns gelungen. 

Bei der Einweihung war neben Ludwig I., König von Bayern a.D. auch sein Sohn und amtierender König Max II., sowie andere Mitglieder der Königsfamilie anwesend. 

 

Nach einem prächtigen Festzug, stellen sich die Festwagen auf beiden Seiten des königlichen Pavillons auf. Plötzlich, auf ein Zeichen, fielen die 23,10 Meter hohen Bretterwände, die die Bavaria bisher vor neugierigen Blick schützten. Ludwig I.  ließ seiner Freude freien Lauf und rief "Gesehen! Gesehen! Und doch unglaublich!"

 

Auch wenn die dahinterliegende  Ruhmeshalle beim heutigen Festakt noch nicht fertiggestellt war, tat dies dem feierlichen Rahmen keinen Abbruch.  Die Vollendung der Ruhmeshalle wird wohl noch 3 Jahre in Anspruch nehmen.

bsonders BAYERISCH Artikel - Feierliche Enthüllung der Bavaria
Feierliche Enthüllung der Bavaria

Den im Jahre 1833 ausgeschriebenen  Wettbewerb zur Gestaltung einer Ruhmeshalle hatte Leo von Klenze für sich entschieden. Wie uns aus gut unterrichteter Quelle bestätigt wurde, wohl wegen der Platzierung einer gigantischen Statue vor dem Gebäude.

bsonders BAYERISCH Artikel -Der Kopf der Bavaria auf dem Festwagen
Der Kopf der Bavaria auf dem Festwagen

Seit dem 28. Mai 1837, an dem der Herstellungsvertrag von den Mitwirkenden unterschrieben wurde, arbeiteten Leo v. Klenze, Bildhauer Ludwig Schwanthaler und die Erzgießer Johann Baptist Stiglmaier und dessen Neffe Ferdinand von Miller an der Statue. 

Zuerst fertigte man ein originalgetreues Gipsmodell, das ihre Macher vor große Schwierigkeiten stellte. Denn beim Brennen fingen mehrere Werkstatthallen Feuer. 

Am 11. September 1844 wurde nach langwierigen und schwierigen Vorarbeiten der Kopf der Statue gegossen, dem im Januar und März die Arme folgten.

Ein Jahr später konnte das Oberteil der Bavaria bereits durch den Guss des Bruststückes ergänzt werden. Im Jahr 1846 folgte die Hüftpartie.  Den oberen Teil der Bavaria ergänzte man mit allen erdenklichen Einzelteilen erst im Juli 1848 . 

Im darauffolgenden Jahr fand am 1. 

Dezember 1849 der letzte Guss und somit die Fertigstellung des Unterteils statt. 

Es wurden insgesamt 1560 bayerische Zentner Bronze für die Statue verarbeitet. 

 

Das Mamutprojekt wurde vollständig  aus dem privaten Geldbeutel Seiner Majestät  Ludwig I., König a.D.,  finanziert. Es kostete ihn 289.346 Gulden.

bsonders BAYERISCH Artikel - Der Kopf der Bavaria in der Gießerei
Der Kopf der Bavaria in der Gießerei

Aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts mussten die Einzelteile der Statue an mehreren Tagen zum Aufstellungsort transportiert werden. Der Kopf war das letzte Teilstück, das man in einem feierlichen Zug vor zwei Monaten zur Theresienwiese fuhr. Seither arbeitete man am Zusammenbau des Kolosses.

bsonders BAYERISCH Artikel - Der Kopf der Bavaria auf dem Weg zur Theresienwiese
Der Kopf der Bavaria auf dem Weg zur Theresienwiese

Die Herstellung des Bronzemonuments erfolgte im Hohlgussverfahren. Durch diese Gusstechnik wird den Besuchern ein einzigartiger Blick ermöglicht, nämlich der aus der Sicht der Staute. Ins Innere der Bavaria baute man eine Wendeltreppe bis zum Kopf. Die darin hineingegossenen Sitzbänke erlauben es zukünftigen Besuchern Platz zu nehmen und aus vier Gucklöchern, die Theresienwiese und ihre Umgebung zu bewundern. 

 

Der Guss und die Fertigstellung dieser kolossalen Bronze ist eine handwerkliche Meisterleistung, die Ihresgleichen sucht. 

 

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Der König ist tot! Es lebe der König!

Es starb "unser guter Vater Max"

bsonders BAYERISCH Artikel - Der König ist tot! Es lebe der König

bsonders BAYERISCH Zeitung, Donnerstag, 13. Oktober 1825

München

Das ganze Königreich trauert. Unser vielgeliebter König Max I. Joseph von Bayern ist heute Nacht plötzlich und unerwartet verstorben.

Es folgt ihm auf den Thron sein erstgeborener Sohn Ludwig als Ludwig I., König von Bayern. 

 

Eine schreckliche Nachricht verbreitete sich am heutigen Donnerstag, 13.10.1825 im Königreich. Max I. Joseph ist in der vergangenen Nacht im Alter von 69 Jahren verstorben.

Am gestrigen Abend war er noch mit seiner Familie zu Gast beim russischen Gesandten Woronzow, der einen Ball zu Ehren des königlichen Namenstages gegeben hatte.  Bereits um 10.00 Uhr nachts verabschiedete sich Seine Majestät vom Spieltisch und kehrte ohne seine Familie ins Schloss Nymphenburg zurück. Heute Morgen fand ihn sein Kammerdiener tot im Bett liegend. Aus gut unterrichteter Quelle lag er auf seinen linken Arm gestützt, so als ob er schliefe. 

bsonders BAYERISCH Artikel - König Max I. Joseph von Bayern
König Max I. Joseph von Bayern

Umgehend unterrichtete man den Kronprinzen, der mit seiner Familie zum Sommeraufenthalt in Brückenau weilte, über den Tod seines Vaters. Angeblich befindet  sich Ludwig gerade auf der Heimreise nach Würzburg und wird in zwei Tagen die Fahrt nach München antreten. Seine Ehefrau, Ihre Majestät die neue Königin Therese und die Kinder bleiben erst einmal in Würzburg und werden später in München erwartet. 

bsonders BAYERISCH Artikel - König Max auf dem Sterbebett
König Max I. Joseph auf dem Sterbebett

König Max I. Joseph von Bayern galt als überaus ehrlich, bodenständig, gutmütig und mit einem gesunden Menschenverstand gesegnet. Allerdings war er den Künsten nicht sonderlich zugeneigt.

Als er 1799 Kurfürst von Bayern wurde, hatte er eine große Aufgabe zu bewältigen.  

Außenpolitisch saß

Bayern auf ungünstigem Posten zwischen den Großmächten Frankreich und Österreich, die drohten es zu zermahlen.  Innenpolitisch war der Staatsapparat so veraltet, dass es an allen Ecken und Enden Reformen benötigte um Bayern in die Gegenwart zu steuern. 

Max Joseph hatte einen ausgezeichneten Berater und Minister an seiner Seite: Maximilian Graf von Montgelas. 

Bayern wurde während seiner Regentschaft im Jahre 1806, durch geschickte politische Schachzüge und mit den passenden Bündnissen zur richtigen Zeit, zum Königreich erhoben. 

Max modernisierte den Staat indem er die Vorrechte des Adels aufhob, die Gleichheit der Untertanen vor dem Gesetzt herstellte,  die allgemeine Steuer- und Heerpflicht einführte, sowie der Pressefreiheit und der Unabhängigkeit der Justiz den Weg bereitete. Sein Glanzstück war die erste Verfassung für Bayern. Die bayerische Staatsform wurde dadurch in eine konstitutionelle Monarchie umgewandelt. 

Trotz schwierigen  Zeiten, in denen Kriege an allen Ecken und Enden tobten und es  im Land viele Probleme und auch Aufstände zu lösen gab, blieb Max ein volksnaher und gutmütiger König. Die Bayern  verehrten ihn sehr und nannten ihn  nur "Unser guter Vater Max". Er war sogar so beliebt, dass nach ihm das höchste Trumpfblatt beim Watten, der Herz-König, benannt wurde. 

König Max I. Joseph wird in den kommenden Tagen in der Wittelsbacher Gruft der Theatinerkirche beigesetzt werden. Er hinterlässt seine zweite Ehefrau Königin Karoline und insgesamt neun Kinder. Seine jüngste Tochter Prinzessin Ludovika ist 17 Jahre alt. 

bsonders BAYERISCH Artikel - König Max auf dem Sterbebett im Kreis seiner Familie
König Max I. Joseph auf dem Sterbebett im Kreise seiner Familie

Max I. Josephs Sohn, Ludwig, ist nun König Ludwig I. von Bayern. 

Er wird in den nächsten Tagen in München erwartet. Ludwig I. lebte in den letzten 10 Jahren mit seiner Familie in Würzburg. Er ist Vater von sieben Kindern. Man munkelt aber, dass eine Frau erneut schwanger sein soll. 

Wir werden wohl eine vollkommen andere Regentschaft erwarten dürfen. Denn wie es heißt, ist der junge König Ludwig das genaue Gegenteil seines Vaters. 

bsonders BAYERISCH Artikel - Der neue König Ludwig I. von Bayern
Der neue König Ludwig I. von Bayern als Kronprinz


+++Der erste Gast im Schloss Neuschwanstein+++

Der 60. Geburtstag von Königin Marie  von Bayern

bsonders BAYERISCH Artikel - Der erste Gast im Schloss Neuschwanstein

bsonders BAYERISCH ZEITUNG, Donnerstag, 15. Oktober 1885

Hohenschwangau

Am heutigen 15. Oktober 1885 wurde Ihre Majestät die Königin Marie von Bayern, Mutter unseres Königs Ludwig II., 60 Jahre alt.

Sie verbrachte Ihren Geburtstag mit hohem Besuch im wunderschönen Schloss Hohenschwangau. 

 

Heute vor 60 Jahren erblicke unsere Landesmutter, Marie Friderike Wilhelmine Hedwig als Prinzessin von Preußen das Licht der Welt. 

Im zarten Alter von 16 Jahren heiratete sie den vierzehn Jahre älteren Kronprinzen Maximilian von Bayern. Nach den Märzunruhen 1848 dankte ihr Schwiegervater König Ludwig I. ab und Maries Mann Maximilian wurde König Max II. von Bayern.

Unsere Königin gebar zwei Söhne. 1845 König Ludwig II. und drei Jahre später Prinz Otto. 

Sie ist eine wahre Landesmutter und liebt Bayern und das Volk innig. 

bsonders BAYERISCH - Der erste Gast im Schloss Neuschwanstein, Königin Marie und Ludwig II

König Ludwig I. soll einmal gesagt haben: "Von all meinen Schwiegertöchtern ist Marie als Einzige zur Bayerin geworden!"

Nachdem ihr Mann 1864  nach kurzer Krankheit unerwartet verstarb, erhielt sie von ihrem Sohn Ludwig, den liebevollen Ehrentitel Königinmutter, obwohl ihr der Titel Königinwitwe zugedacht war.

Das ganze Bayernland tuschelt hinter vorgehaltener Hand, dass Seine Majestät König Ludwig II., seiner Mutter nicht besonders zugetan sei. Er hat wohl schon des Öfteren die ein oder andere schlechte Bemerkung über sie fallen lassen. 

bsonders BAYERISCH Artikel - Königin Marie von Bayern
Königin Marie von Bayern
bsonders BAYERISCH Artikel - Königin Marie
Die Witwe Königin Marie von Bayern

Umso bemerkenswerter ist es, dass Seine Majestät bereits gestern Nacht im Schloss Hohenschwangau ankam, um mit seiner Mutter den kompletten Tag ihres Ehrenfestes verbringen zu können. 

Heute Morgen besuchten die hohen Herrschaften mit  Gefolge, sowie  Mitarbeiter des Schlosses, die heilige Messe in der Kapelle von Schloss Hohenschwangau. Diese wurde von Hochwürden Pfarrer Weibel zelebriert, der extra aus Elbigenalp, dem zweiten Sommersitz der Königin, angereist war.

Im Anschluss an das Mittagessen beschenkte der König seine Mutter mit vielen wertvollen Präsenten. 

 

Nachmittags folgte der Höhepunkt seines Besuches. Seine Majestät zeigte Königin Marie sein neues Schloss. Über eine Stunde lang führte er seine Mutter durch die beinahe fertiggestellten Räume des Palas von Neuschwanstein: Sein eigenes Appartement, den Thronsaal und den Sängersaal. Die Königin war sehr beeindruckt von  der Pracht. 

An diesem Tag besuchte die Königin die Neue Burg zum ersten Mal. Überhaupt ist sie der erste Gast, der vom König höchstpersönlich durch seine Privatgemächer geführt wurde. 

Nach der Schlossbesichtigung begaben sich die Majestäten in die Bleckenau. Das Schweizerhäuschen in den Ammergauer Bergen ließ  bereits König Max II. für seine Frau errichten. Hier nahm man das Diner ein. 

Einen Wermutstropfen gab es leider an diesem glücklichen Tag Der jüngere Sohn Ihrer Majestät, Prinz Otto, konnte leider nicht dabei sein. Wie schon so lange nicht mehr. Er ist schwer nervenkrank und kann  das Schloss Fürstenried bei München nicht mehr verlassen.

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Königin Therese von Bayern verstorben

Bayern trauert um Landesmutter

bsonders BAYERISCH Zeitung Donnerstag, 26. Oktober 1854

München

Das bayerische Volk ist schockiert. Heute verstarb nach kurzer Krankheit unsere vielgeliebte Königin Therese von Bayern. 

 

Nicht nur ihr Ehemann, Ludwig König von Bayern a.D. und ihre Kinder, ja alle Frauen und Männer Bayerns betrauern den Tod unserer langjährigen Landesmutter, die am heutigen Donnerstag, den 26.  Oktober 1854 verstorben ist. Sie erlag der Cholera.

Diese schreckliche und unberechenbare Krankheit wütete  seit August bis vor kurzem in München und forderte 9.000 Opfer.

Die Majestäten weilten über die Sommermonate in Edenkoben in der Villa Ludwigshöhe und in Aschaffenburg. Sie kehrten erst nach München zurück als die Krankheit eingedämmt war und Entwarnung gegeben wurde. 

 

Erst  vor zwei Wochen, am 12. Oktober, feierten die hohen Herrschaften ihren 44. Hochzeitstag. Diese Hochzeit ist jedem Münchener noch heute ein Begriff. Sie bildete  das Fundament für das Oktoberfest, das seither jedes Jahr gefeiert wird.

Der Veranstaltungsplatz des Festes wurde sogar auf ihren Namen getauft - Theresienwiese.

 

Im Anschluss an einen Gottesdienst, bei dem man für das Ende der Cholera dankte, fühlte  sich die Königin  unwohl. Schnell ging es ihr schlechter.  Die Ärzte konnten nichts für sie tun. Am 25. Oktober verschlimmerte sich der Gesundheitszustand Ihrer Majestät so sehr, dass man nach dem Pfarrer rief. Wie wir erfuhren, war König Ludwig I.  dermaßen besorgt um seine Frau, dass er nicht zu Bett ging, sondern angezogen auf einem Kanapee wachte. Bereits um 11. 00 Uhr nachts holte man die sich in München befindenden Kinder Prinz Luitpold, Prinz 

Adalbert und Prinzessin Alexandra, ans Sterbebett ihrer Mutter. Alle anderen Kinder wurden verständigt. Um 4.00 Uhr heute morgen erlag sie schließlich ihrem Leiden. Ihr Mann und die drei anwesenden Kinder  knieten an ihrem Bett. 

Königin Therese von Bayern starb im Alter von 62 Jahren. 

Therese wurde als Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen geboren und durch die Heirat mit dem damaligen Kronprinzen Ludwig zur Kronprinzessin und späteren Königin von Bayern. 

Ihr Leben in Bayern war gezeichnet von  Höhen und Tiefen. 

Sie gebar ihrem Ehemann neun Kinder, von denen nur acht das Erwachsenenalter erreichten. 

Darunter der heutige König Max II. von Bayern, König Otto von Griechenland, sowie Großherzogin Mathilde von Hessen und bei Rhein.

Dass sie ihren  geliebten Sohn Otto  in jungen Jahren nach Griechenland ziehen lassen musste, verkraftete sie zeitlebens  schwer. Er war erst sechzehn Jahre alt, als er sein königliches Amt in der Fremde antrat. Der Philhellene Ludwig I. war  Feuer und Flamme von der Idee, dass die Familie den Griechischen König stellt. Therese konnte ihn nicht davon abbringen. 

Als sie  1825 zur Königin von Bayern ernannt wurde, widmete sich vor allem charitativen Aufgaben. Ihre Wohltätigkeit war nahezu grenzenlos. Sie engagierte sich unter anderem im Frauenverein für Kleinkinderbewahranstalten

Die Königin spendete ihr Geld an Arme, Kranke und Waisen. Und das obwohl ihr selber nicht viel zur Verfügung stand. König Ludwig I. war berüchtigt für seine Sparsamkeit gegenüber der eigenen Familie. 

Im Jahr 1827, am sechsten Geburtstag ihres Sohnes Luitpold, stiftete sie den edelsten

der bayerischen Damenorden:
den Theresienorden. 

Ihre bitterste Stunden erlebte die Königin wohl vor sechs Jahren. Das Volk setzte sich gegen die Affäre ihres Ehemanns mit der "spanischen" Tänzerin Lola Montez zur Wehr. 

Die Ereignisse überschlugen sich. Am Ende dankte ihr Gatte Ludwig I. von Bayern zu Gunsten seines Sohnes Max ab. Der bestieg als König Max II. den bayerischen Königsthron.

Lola Montez war nicht die erste Liebschaft Ludwig I. Man spricht noch heute vom König als "Schürzenjäger". Natürlich  hinter vorgehaltener Hand. 

Es wird gemunkelt, dass die Königin von all diesen Frauen und Liebeleien ihres Mannes nichts wusste. Oder wollte sie vielleicht nichts davon wissen? 

Bei Lola Montez war das etwas anderes. (Anm. d. Red.: Über die Affäre Lola Montez werden wir auch berichten). 

Im Jahr 1848 war die Familie aufgrund des Thronverzichts von Ludwig I. und den vorangegangenen Unruhen im Land tief erschüttert. Therese  versuchte die Familie zusammenzuhalten und wieder aufzubauen. Sie liebte ihre Kinder und die stetig wachsende Schar der Enkelkinder abgöttisch und richtete immer wieder Familienfeste in ihrem Palais aus. 

Am öffentlichen Leben nahm sie nach dem Thronverzicht ihres Mannes  ausgesprochen selten teil. Sie überließ die Rolle der Landesmutter nun ganz ihrer Schwiegertochter, der neuen Königin Marie von Bayern. 

Die Beisetzung der Königin wird am kommenden Dienstag, 31. Oktober stattfinden.