März

Der überraschende Tod König Max II. von Bayern

Der König ist tot, es lebe der König

10. März

Am 10. März 1864, gegen fünf Uhr morgens, ertönen Trauerglocken über der bayerischen Hauptstadt. Sie riefen die Bürger Münchens dazu auf für Ihren todkranken König zu beten. Kurz zuvor hatte König Maximilian II. die Sterbesakramente empfangen und seinen ältesten Sohn, Kronprinz Ludwig, zu sich rufen lassen. Was genau der sterbende König seinem Filius damals sagte, ist nicht überliefert. Sein letzter Wunsch, dass seinem Sprössling ein ähnlich ruhiges Ende beschieden sei, ging allerdings nicht in Erfüllung.
König Maximilian II. von Bayern verstarb gegen 11:45 Uhr im dreiundfünfzigsten Lebensjahr. Als sich Ludwig vom Sterbebett des Vaters erhob, und mit Tränen in den Augen in das dichtgefüllte Vorzimmer trat, wurde er gefragt: „Lebt der König noch?“
„Ja“, antworte er. „Er lebt im Himmel! Gott hat uns einen guten König genommen, laßt uns beten, daß er uns wieder einen gleich guten gebe.“

Die Beamten und Mediziner sprachen von einer sich rasch ausbreitenden Rotlauferkrankung auf der Brust und von Hitzblattern.
Die Gerüchteküche verbreitete eine andere Theorie. Der König sei vergiftet worden! Und zwar mittels einer Nadel, die beim Anheften eines Ordens eine winzige Hautverletzung erzeugte und ihre tödliche Wirkung entfaltete. Die Motive des vermeintlichen und unbekannten Attentäters blieben unklar. Der bayerische Gesandte am Frankfurter Bundestag, Ludwig Freiherr von der Pfordten schrieb in sein Tagebuch: „Der König ist um 11 ¾ Uhr … gestorben als Opfer der holsteinischen Sache. Um 2 Uhr (Nachmittag des 9. März) hatte er beschlossen, dem Drängen Österreichs gegenüber fest am Rechte zu halten und mich zur Stellung des Antrags auf Anerkennung des Herzogs Friedrich anweisen zu lassen; um 4 Uhr erkrankte er … Er stirbt in Glorie seinem hohen Beruf; Gott schütze Bayern!“ Maximilians Sohn 

Ludwig berichtet in einem Brief seinem ehemaligen Kindermädchen Baronin von Leonrod über den schmerzlichen Verlust seines Vaters einige Tage nach dessen Tod: „(…) mit furchtbarer Schnelligkeit nahm die Krankheit zu; er hoffte bis zum letzten Augenblick auf Genesung – schmerzlos ging er hinüber. (…) wir waren alle bei seinem Tode am Bette; der Erzbischof sprach die Sterbegebete; furchtbar war unser Schmerz als der Tod gewiß war. – Herzzerreißend war das letzte Stöhnen, obwohl er dabei selbst nichts empfand.“ 

Ein König, der die Kunst und Wissenschaft förderte und verehrte war gestorben. Er regierte Bayern sechzehn Jahre lang. König Max II. hinterließ seine Ehefrau Marie und seine beiden Söhne Ludwig  und Otto. Der achtzehnjähriger Ludwig muss nun plötzlich und ohne große Vorbereitung den Thron seiner Ahnen übernehmen. Zur Todesstunde seines Vaters beginnt die Regentschaft von König Ludwig II. von Bayern.