5. Dezember

im Adventskalender

Paradeisl

Gab es in Bayern schon immer einen Adventskranz? Nein. 

Dieser Brauch setzte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts durch. In Bayern gab es früher das Paradeisl oder Paradeiserl. 

Es bestand aus vier Äpfeln, die mit kunstvoll bemalten oder geschnitzten Stöcken zu einer Pyramide verbunden wurden. Dabei thronte auf den drei Basisäpfeln ein weiterer Apfel. Die vier Äpfel symbolisieren die vier Adventssonntage. Der oberste von ihnen den 4. Advent. In manchen Gegenden Bayerns verkleidete man die Verbindungsstöcke auch mit Tannendas (Tannengrün) oder Buchs. Der Dekoration mit Schleifen und Bändern war keine Grenze gesetzt. Unterhalb des obersten Apfels baumelte manchmal auch eine Walnuss.

Das Paradeisl ist quasi die katholische Variante des protestantischen Adventskranzes, der heutzutage populärere, lichtbringende Adventsbrauch

Es geht aber bei beiden Bräuchen um dasselbe. Die stete Zunahme von Licht in der dunklen Winterzeit. Vielleicht bringt ja in diesem Jahr ein Paradeisl dem ein oder anderen ein warmes paradiesisches Licht ins Dunkel.