13. Dezember

im Adventskalender

von der Leidenschaft des Schenkens

"Die Auswahl der Weihnachtsgeschenke und deren Verteilung war eine mühsame Arbeit für Ludwig II., denn er beschenkte die Königin-Mutter, alle Prinzen und Prinzessinnen, die Hofdamen, seinen Adjutanten, den Kabinetssekretär, den Hofsekretär, den Leibarzt, den ihn bei seinen Fahrten und Ritten begleitenden Stallmeister und seine gesamte Dienerschaft. Die für die Armen übliche Summe vermehrte der König oft um das Doppelte. 

Bisweilen machte es ihm Vergnügen, durch eine kostbarer Gabe zu verblüffen, und da geschah es, dass ein kleiner Rosselenker ein

Kleinod bekam, das er sich im höchsten Flug seiner Wünsche nicht hätte Träumen lassen. Einen ehemaligen Lehrer vergaß er nie zur Weihnacht und immer bescherte er auch dem Betreffenden diejenigen Dinge, die dessen Neigung entsprachen. Im großen Ganzen entfaltete der König eine Freigebigkeit und einen Glanz, wie es in den Feengeschichten erzählt wird. In den früheren Jahren brachte der König regelmäßig den Weihnachtsabend bei der Königin-Mutter in München zu." schrieb die Zeitzeugin Luise von Kobell über König Ludwig II. von Bayern.