15. Dezember

im Adventskalender

Vorsicht! Man weiß nie wer sich hinter einer Maske verbirgt!

Maskenbälle gehörten im neu gegründeten Königreich Bayern zum Veranstaltungskalender dazu. Die Bälle fanden dabei nicht immer in der Münchener Residenz statt. Auch andere adelige Familien oder Hotels luden in ihre Räumlichkeiten ein. 

Bei einem solchen Maskenball erschien König Max I. Joseph mit seinem Hofstaat. Alle waren bis zur Unkenntlichkeit verkleidet. Nur einige wenige wussten wer der König war. 

Die Ballgäste freuten sich über die neu gewonnene Freiheit durch ihre Verkleidungen. Dadurch konnten sie  für wenige Stunden ihrem Alltag entfliehen. Auch der König ging alleine durch den Saal und unterhielt sich mal hier, mal dort mit den Maskierten. Er blieb dabei unerkannt. 

Nach kurzer Zeit sah er einen Bekannten. Er glaubte ihn trotz der Maskierung an seiner Figur, seinem Gang und seiner Haltung erkannt zu haben. Also begab sich Max I. Joseph zu ihm herüber. Dieser starrte gelangweilt und teilnahmslos in die Menge. Max I. fragte ihn:

"Und, wie gefällt es Dir heute hier?"
Darauf antwortete der Maskierte, der den König nicht erkannt
hatte:

"Wenn erst einmal der langweilige Hof wieder fort ist, wird´s schon angenehmer!

Da grinste der König unter seiner Maske über diese ehrliche Antwort, ging weiter und widmete sich wieder dem Ball und dessen Gästen. Er führte hi und da ein Gespräch und blieb noch eine ganze Weile mit seinem Hofstaat.

Kurz bevor er den Ball verließ suchte er noch einmal seinen Bekannten auf und sagte:

"So mein Freund, jetzt gehe ich mit meinem Hofe fort, unterhalte dich nur recht gut!"
Da wusste der Mann wer hinter der anderen Maske steckte.

Er wird heilfroh gewesen sein eine Maskierung getragen zu haben, die ihm wenigstens etwas vor der Peinlichkeit gegenüber dem Monarchen beschützte. Der erste bayerische König hingegen bewies Humor.